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Steinau - Pötrauer Mühle



Steinau - Pötrauer Mühle 2007
Steinau - Pötrauer Mühle

Das Hauptgewässer des GUV Steinau/Büchen, die Steinau, fließt im Bereich zwischen Nüssau und Büchen in einem sehr engen Talraum. An der Pötrauer Mühle in Büchen wird durch einen Mühlenstau mit einer Absturzhöhe von ca. 2,00 m die ökologische Durchgängigkeit für Fisch- und Wirbellosenfauna sehr stark beeinträchtigt.

Projekt-Flyer

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Projektbeschreibung

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Durch die Stauhaltung hat sich in den Jahrzehnten der Mühlennutzung ein langgezogener Staubereich mit Stillgewässer­charakter eingestellt. Durch diese ständige Stauwirkung haben sich im Oberwasser wertvolle Feuchtbiotope und Erlenbruchflächen (§15a-Biotope LNatschG) gebildet.

Zur Erreichung der Ziele der EU-WRRL wird der Stau der Pötrauer Mühle und das Oberwasser umgestaltet. Diese Umgestaltung des Gewässers dient der Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit. Weiterhin werden sechs ehemalige Fischteiche oberhalb des Staus in den Retentionsraum der Steinau einbezogen, indem die Dämme geschlitzt bzw. abgetragen werden.

Steinau - Pötrauer Mühle 2007
Steinau - Oberwasser Pötrauer Mühle 2001

Der GUV Steinau/Büchen beauftragte eine Ingenieurgemeinschaft, bestehend aus dem Ingenieurbüro Dr. Lehners und Wittorf (Lübeck) und der Ingenieurgesellschaft Prof. Hartung und Partner mbH (Braunschweig), mit der Planung und Durchführung der Umgestaltungsmaßnahmen. Die biologische Baubetreuung wird durch BBS Büro Greuner-Pönicke (Kiel) vorgenommen.

Die Umgestaltung erfolgt in drei Abschnitten.


LOS 1 - Rodungsarbeiten
Im Bereich der Baustelle wurden nur für diese Maßnahme notwendige Rodungsarbeiten im Februar/März 2007 von der Firma Fritz Siemers KG (Köthel) durchgeführt. Bei den Arbeiten wurde der Baumbestand auf der Südseite der Steinau weitestgehend geschont. Die gewonnene Erlenstubben sowie das Todholz werden für die naturnahe Umgestaltung des Oberwassers (LOS 2) benötigt und vorerst in den Dämmen belassen.

LOS 2 - Oberwasser
Steinau - Oberwasser Pötrauer Mühle 2007
Steinau - Oberwasser Pötrauer Mühle Februar 2007

Die künstlich aufgeschütteten Dämme zur Abtrennung der fünf ehemaligen Fischteiche direkt oberhalb des Mühlenstaues werden bis auf Mittelwasserniveau gekappt, so dass ein Ausufern der Steinau in diesem Bereich möglich sein soll. Der sechste Teich (Stiftungsteich) wird an zwei Stellen geschlitzt. Weiterhin wird eine Einengung und Sohlanhebung vorgenommen. Durch diese Maßnahmen wird eine Anbindung an die Talaue der Steinau erreicht.
Des Weiteren wird für die Versorgung der übrigen drei Fischteiche mit Frischwasser östlich der Landesstraße L205 und nördlich der Pötrauer Mühle eine Grundwasserfassung eingerichtet. Die Arbeiten wurden von der Firma Blunk GmbH (Rendswühren) in der Zeit von Juni bis August 2007 durchgeführt

LOS 3 - Sohlgleite
Zur Überwindung des Sohlabsturzes an der Pötrauer Mühle wird eine Sohlgleite in lockerer Bauweise mit gegliedertem Profil erstellt. Bei dieser Gliederung (ein hydraulisch rauer und ein hydraulisch glatter Bereich) des Profils wird besonders für so genannte Stark- und Schwachschwimmer eine ökologische Durchgängigkeit der Steinau bei allen Wasserstandssituationen erreicht. Zusätzlich werden Kolkbereiche als strömungsberuhigte Ruhezonen eingerichtet. Die Sohlgleite wird mit einer Neigung von 1 : 65 / 1 : 100 und einer Länge von ca. 120 m hergestellt. Im Zuge dieser Maßnahme wird eine Sicherung des Mühlenbauwerkes mit Winkelstützmauern vorgesehen. Die Baumaßnahme wird von der Arbeitsgemeinschaft Bergemann-Gräper und BST aus Lübeck seit dem 21. April 2008 umgesetzt. Voraussichtlich dauern die Arbeiten bis Mitte Oktober 2008.

Pötrauer Mühle, Sohlgleite 3D-Modell, erstellt vom Ing.-Büro Dr. Lehners + Wittorf

LOS 4 – Bepflanzungs- und Restarbeiten
Zum Schluss werden im Bereich des Baufeldes Bepflanzungen und notwendige Restarbeiten vorgenommen, um so diese gesamte Maßnahme abzurunden. Die Arbeiten werden seit September von der Firma E. Möller aus Büchen ausgeführt.

Das Wehr vor der Baumaßnahme
Die Stauanlage vor der Baumaßnahme
Die Sohlgleite nach der Umgestaltung
Die Sohlgleite nach der Umgestaltung